Baulandpreise 2019 bis 2024: wo sie stiegen und wo sie fielen
Zwischen 2019 und 2024 veränderte sich der durchschnittliche Kaufwert für baureifes Land in Deutschland von 189,78 €/m² auf 250,24 €/m². Regional gehen die Entwicklungen weit auseinander: In einigen Kreisen haben sich die Preise vervielfacht, in anderen sind sie deutlich gefallen.
Der Bund im Überblick
Zwischen 2019 und 2024 hat sich der durchschnittliche Kaufwert für baureifes Land in Deutschland von 189,78 €/m² auf 250,24 €/m² verändert. Das entspricht einem Plus von 31,9 Prozent. Hinter diesem Mittelwert stehen jedoch sehr unterschiedliche regionale Entwicklungen.
Wo Bauland am stärksten teurer wurde
| Kreis | Bundesland | 2019 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Regensburg | Bayern | 65,48 €/m² | 337,77 €/m² | plus 415,8 Prozent |
| Halle (Saale), Stadt | Sachsen-Anhalt | 96,50 €/m² | 403,97 €/m² | plus 318,6 Prozent |
| Böblingen | Baden-Württemberg | 208,62 €/m² | 758,09 €/m² | plus 263,4 Prozent |
| Köln, Stadt | Nordrhein-Westfalen | 305,15 €/m² | 1.060,08 €/m² | plus 247,4 Prozent |
| Landkreis Rostock | Mecklenburg-Vorpommern | 47,20 €/m² | 162,22 €/m² | plus 243,7 Prozent |
| Leipzig | Sachsen | 47,95 €/m² | 141,78 €/m² | plus 195,7 Prozent |
| Chemnitz, Stadt | Sachsen | 88,08 €/m² | 257,61 €/m² | plus 192,5 Prozent |
| Unstrut-Hainich-Kreis | Thüringen | 32,88 €/m² | 94,95 €/m² | plus 188,8 Prozent |
| Rhein-Kreis Neuss | Nordrhein-Westfalen | 145,84 €/m² | 413,20 €/m² | plus 183,3 Prozent |
| Helmstedt | Niedersachsen | 51,77 €/m² | 133,77 €/m² | plus 158,4 Prozent |
Auffällig ist, dass viele dieser Kreise von einem niedrigen Ausgangsniveau starten. Eine Verdopplung von 30 auf 60 Euro je Quadratmeter fällt prozentual stärker aus als ein Anstieg von 800 auf 1.000 Euro, verändert die Lage für Bauwillige aber weniger stark, als die Prozentzahl vermuten lässt.
Wo die Preise nachgegeben haben
| Kreis | Bundesland | 2019 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Görlitz | Sachsen | 49,65 €/m² | 9,13 €/m² | minus 81,6 Prozent |
| Mülheim an der Ruhr, Stadt | Nordrhein-Westfalen | 671,58 €/m² | 326,67 €/m² | minus 51,4 Prozent |
| Berlin, Stadt | Berlin | 1.328,50 €/m² | 705,19 €/m² | minus 46,9 Prozent |
| Wolfsburg, Stadt | Niedersachsen | 296,97 €/m² | 183,97 €/m² | minus 38,1 Prozent |
| Bautzen | Sachsen | 46,82 €/m² | 32,69 €/m² | minus 30,2 Prozent |
| Salzlandkreis | Sachsen-Anhalt | 37,86 €/m² | 28,63 €/m² | minus 24,4 Prozent |
| Mecklenburgische Seenplatte | Mecklenburg-Vorpommern | 43,60 €/m² | 33,37 €/m² | minus 23,5 Prozent |
| Braunschweig, Stadt | Niedersachsen | 354,05 €/m² | 274,96 €/m² | minus 22,3 Prozent |
| Kusel | Rheinland-Pfalz | 69,03 €/m² | 55,73 €/m² | minus 19,3 Prozent |
| Fürth | Bayern | 502,55 €/m² | 409,78 €/m² | minus 18,5 Prozent |
Welche Muster sich zeigen
Zwei Bewegungen prägen die Statistik. Erstens holen Umlandkreise großer Städte auf. Wer sich die Kernstadt nicht mehr leisten kann, weicht aus, und die Nachfrage verschiebt sich in den Speckgürtel. Zweitens haben sich die Preise dort, wo sie ohnehin schon sehr hoch waren, zuletzt kaum noch bewegt oder sind sogar gefallen. Ab einem gewissen Niveau bricht die Zahlungsfähigkeit weg, zumal nach dem Zinsanstieg der vergangenen Jahre.
Auffällig ist außerdem, wie stark einzelne Jahre schwanken können. Kreise, die in einer Auswertung ganz oben stehen, tauchen in der nächsten im Mittelfeld auf. Das ist selten ein echter Preissturz, sondern meist eine Frage dessen, welche Grundstücke gerade verkauft wurden.
Wie Sie solche Zahlen richtig lesen
Der Kaufwert eines Kreises hängt nicht nur vom Preisniveau ab, sondern auch davon, welche Grundstücke in einem Jahr verkauft wurden. Kommt ein großes Neubaugebiet am Stadtrand auf den Markt, sinkt der Durchschnitt, obwohl innerstädtische Lagen unverändert teuer bleiben. Umgekehrt treibt der Verkauf einiger Filetgrundstücke den Schnitt nach oben.
Für die Bewertung Ihres eigenen Grundstücks ist deshalb der Bodenrichtwert die verlässlichere Größe. Er wird für abgegrenzte Zonen ermittelt und bereinigt um solche Zufälligkeiten. Wie Sie ihn finden, steht in unserer Anleitung zum Einsehen der Bodenrichtwerte.
Datengrundlage: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Regionaldatenbank Deutschland, Tabelle 61511-01-03-4 (Kaufwerte für Bauland). Ausgewiesen ist der durchschnittliche Kaufwert für baureifes Land je Quadratmeter. Das ist der Mittelwert tatsächlicher Verkäufe eines Jahres, nicht der Bodenrichtwert einer bestimmten Lage.
Häufige Fragen
Ein Abstand von fünf Jahren glättet einzelne Ausreißerjahre und zeigt trotzdem die aktuelle Entwicklung. 2019 liegt zudem vor den starken Zinsänderungen der Folgejahre, was den Vergleich aussagekräftig macht.
Nicht unbedingt. Viele Kreise mit den größten prozentualen Zuwächsen starten von einem sehr niedrigen Niveau. Entscheidend ist der absolute Wert je Quadratmeter, den Sie in unserem Kaufwerte-Vergleich für jeden Kreis nachsehen können.
Nicht zwingend. Der Kaufwert misst nur den Boden, nicht bebaute Immobilien, und er hängt stark davon ab, welche Grundstücke in einem Jahr verkauft wurden. Für die Entwicklung Ihrer eigenen Lage ist der Bodenrichtwert im Zeitverlauf die bessere Größe.
Im Kaufwerte-Vergleich auf dieser Seite. Dort können Sie nach Bundesland filtern, nach Wert sortieren und für jeden Kreis auch die Zahl der Verkäufe und die Veränderung seit dem Vergleichsjahr sehen.