Bauland 2024: die teuersten und die günstigsten Kreise Deutschlands
Baureifes Land kostete 2024 im Bundesdurchschnitt 250,24 €/m². Die Spanne zwischen den Kreisen ist enorm: An der Spitze steht Mainz, kreisfreie Stadt mit 2.504,02 €/m², am unteren Ende liegt Görlitz mit 9,13 €/m². Diese Auswertung zeigt beide Enden der Skala.
Wo Bauland am teuersten ist
Die Statistischen Ämter erheben für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt, was im Laufe eines Jahres tatsächlich für baureifes Land gezahlt wurde. Für 2024 liegen diese Zahlen jetzt vollständig vor. Der Bundesdurchschnitt beträgt 250,24 €/m². Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Kreis liegt dabei das 274-Fache.
| Kreis | Bundesland | Kaufwert 2024 |
|---|---|---|
| Mainz, kreisfreie Stadt | Rheinland-Pfalz | 2.504,02 €/m² |
| München, Landeshauptstadt | Bayern | 2.135,93 €/m² |
| Frankfurt am Main, Stadt | Hessen | 1.699,17 €/m² |
| München | Bayern | 1.614,78 €/m² |
| Starnberg | Bayern | 1.428,01 €/m² |
| Stuttgart, Stadtkreis | Baden-Württemberg | 1.403,28 €/m² |
| Wiesbaden, Landeshauptstadt | Hessen | 1.199,25 €/m² |
| Rosenheim | Bayern | 1.170,56 €/m² |
| Regensburg | Bayern | 1.157,97 €/m² |
| Freiburg im Breisgau, Stadtkreis | Baden-Württemberg | 1.118,22 €/m² |
An der Spitze stehen die Kreise, in denen kaum noch Bauland auf den Markt kommt. Wo im Jahr nur wenige Grundstücke verkauft werden, schlagen einzelne teure Abschlüsse zudem stark auf den Durchschnitt durch. Die Zahl der Verkäufe steht deshalb in unserem Kaufwerte-Vergleich immer mit dabei.
Wo Bauland am günstigsten ist
Am anderen Ende der Skala stehen ländliche Kreise mit schrumpfender Bevölkerung. Dort liegt der Quadratmeterpreis im einstelligen Bereich.
| Kreis | Bundesland | Kaufwert 2024 |
|---|---|---|
| Görlitz | Sachsen | 9,13 €/m² |
| Altmarkkreis Salzwedel | Sachsen-Anhalt | 14,95 €/m² |
| Spree-Neiße | Brandenburg | 25,23 €/m² |
| Elbe-Elster | Brandenburg | 27,24 €/m² |
| Stendal | Sachsen-Anhalt | 27,29 €/m² |
| Salzlandkreis | Sachsen-Anhalt | 28,63 €/m² |
| Lüchow-Dannenberg | Niedersachsen | 29,25 €/m² |
| Uckermark | Brandenburg | 30,27 €/m² |
| Wittenberg | Sachsen-Anhalt | 30,46 €/m² |
| Hildburghausen | Thüringen | 31,00 €/m² |
Warum die Unterschiede so groß sind
Boden lässt sich nicht vermehren. Wo viele Menschen wohnen wollen und kaum noch Flächen ausgewiesen werden, steigt der Preis, bis nur noch zahlt, wer es sich leisten kann. In den Spitzenkreisen kommen drei Dinge zusammen: eine wachsende Bevölkerung, wirtschaftliche Stärke und eine Verwaltung, die aus topografischen oder planerischen Gründen kaum neues Bauland ausweisen kann.
In den günstigsten Kreisen ist es genau umgekehrt. Dort schrumpft die Bevölkerung, Häuser stehen leer, und wer bauen will, findet Flächen im Überfluss. Der Bodenpreis ist dann kaum mehr als der Wert der Erschließung. Der niedrige Preis ist damit weniger eine Gelegenheit als ein Abbild der örtlichen Nachfrage.
Der Blick auf die Bundesländer
Die Spitzenwerte konzentrieren sich auf wenige Regionen: das Rhein-Main-Gebiet, die Münchner Region und die Rheinschiene zwischen Köln und Düsseldorf. Die günstigsten Kreise liegen fast ausschließlich in den ostdeutschen Flächenländern und in strukturschwachen Regionen im Norden. Diese Zweiteilung ist über die Jahre stabil geblieben, auch wenn sich die Abstände verschoben haben.
Wie sich das in Ihrem Bundesland darstellt, sehen Sie auf den jeweiligen Länderseiten. Dort finden Sie neben den teuersten und günstigsten Kreisen auch die Entwicklung über mehrere Jahre und, sofern das Land seine Daten offen veröffentlicht, die tatsächlichen Bodenrichtwerte der Gemeinden.
Was diese Zahlen bedeuten und was nicht
Der Kaufwert mittelt über einen ganzen Kreis. In einem Landkreis fallen Innenstadtlagen und abgelegene Ortsteile in dieselbe Zahl. Für Ihr eigenes Grundstück brauchen Sie deshalb den Bodenrichtwert Ihrer Zone, den Sie im amtlichen Portal Ihres Bundeslandes ablesen. Den Weg dorthin zeigt Ihnen unser Bodenrichtwert-Finder.
Auch der Vergleich zwischen zwei Jahren verlangt Vorsicht. Verkauft eine Gemeinde in einem Jahr ein großes Neubaugebiet und im nächsten fast nichts, schwankt der Durchschnitt erheblich, ohne dass sich der Markt geändert hätte. Aussagekräftig sind vor allem Kreise mit vielen Verkäufen und der Blick über mehrere Jahre.
Datengrundlage: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Regionaldatenbank Deutschland, Tabelle 61511-01-03-4 (Kaufwerte für Bauland). Ausgewiesen ist der durchschnittliche Kaufwert für baureifes Land je Quadratmeter. Das ist der Mittelwert tatsächlicher Verkäufe eines Jahres, nicht der Bodenrichtwert einer bestimmten Lage.
Häufige Fragen
Aus der amtlichen Statistik der Kaufwerte für Bauland, die die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder jährlich für jeden Kreis erheben. Erfasst werden alle beurkundeten Verkäufe von baureifem Land. Wir werten die Tabelle 61511-01-03-4 der Regionaldatenbank Deutschland aus.
Nein. Der Kaufwert ist der Durchschnitt tatsächlich gezahlter Preise in einem ganzen Kreis. Der Bodenrichtwert wird von den Gutachterausschüssen für einzelne Zonen ermittelt und beschreibt einen Lagewert. Für Ihr Grundstück ist der Bodenrichtwert die richtige Größe.
Weil in dünn besiedelten Kreisen manchmal nur wenige Dutzend Grundstücke im Jahr den Eigentümer wechseln. Ein einziger teurer Verkauf verschiebt dann den Durchschnitt spürbar. Je kleiner die Zahl der Verkäufe, desto vorsichtiger sollten Sie den Wert lesen.
Nur grob. Für eine belastbare Einschätzung brauchen Sie den Bodenrichtwert Ihrer Richtwertzone und, bei größeren Entscheidungen, die Bewertung durch einen Sachverständigen. Der Kreisdurchschnitt eignet sich für den Vergleich zwischen Regionen, nicht für den Einzelfall.