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Baulandpreise 2019 bis 2024: wo sie stiegen und wo sie fielen

Von der Redaktion von meinbodenrichtwert.de · Veröffentlicht am 21. Juli 2026 · Aktualisiert am 21. Juli 2026

Kurz erklärt

Zwischen 2019 und 2024 veränderte sich der durchschnittliche Kaufwert für baureifes Land in Deutschland von 189,78 €/m² auf 250,24 €/m². Regional gehen die Entwicklungen weit auseinander: In einigen Kreisen haben sich die Preise vervielfacht, in anderen sind sie deutlich gefallen.

Der Bund im Überblick

Zwischen 2019 und 2024 hat sich der durchschnittliche Kaufwert für baureifes Land in Deutschland von 189,78 €/m² auf 250,24 €/m² verändert. Das entspricht einem Plus von 31,9 Prozent. Hinter diesem Mittelwert stehen jedoch sehr unterschiedliche regionale Entwicklungen.

Wo Bauland am stärksten teurer wurde

Kreis Bundesland 2019 2024 Veränderung
Regensburg Bayern 65,48 €/m² 337,77 €/m² plus 415,8 Prozent
Halle (Saale), Stadt Sachsen-Anhalt 96,50 €/m² 403,97 €/m² plus 318,6 Prozent
Böblingen Baden-Württemberg 208,62 €/m² 758,09 €/m² plus 263,4 Prozent
Köln, Stadt Nordrhein-Westfalen 305,15 €/m² 1.060,08 €/m² plus 247,4 Prozent
Landkreis Rostock Mecklenburg-Vorpommern 47,20 €/m² 162,22 €/m² plus 243,7 Prozent
Leipzig Sachsen 47,95 €/m² 141,78 €/m² plus 195,7 Prozent
Chemnitz, Stadt Sachsen 88,08 €/m² 257,61 €/m² plus 192,5 Prozent
Unstrut-Hainich-Kreis Thüringen 32,88 €/m² 94,95 €/m² plus 188,8 Prozent
Rhein-Kreis Neuss Nordrhein-Westfalen 145,84 €/m² 413,20 €/m² plus 183,3 Prozent
Helmstedt Niedersachsen 51,77 €/m² 133,77 €/m² plus 158,4 Prozent

Auffällig ist, dass viele dieser Kreise von einem niedrigen Ausgangsniveau starten. Eine Verdopplung von 30 auf 60 Euro je Quadratmeter fällt prozentual stärker aus als ein Anstieg von 800 auf 1.000 Euro, verändert die Lage für Bauwillige aber weniger stark, als die Prozentzahl vermuten lässt.

Wo die Preise nachgegeben haben

Kreis Bundesland 2019 2024 Veränderung
Görlitz Sachsen 49,65 €/m² 9,13 €/m² minus 81,6 Prozent
Mülheim an der Ruhr, Stadt Nordrhein-Westfalen 671,58 €/m² 326,67 €/m² minus 51,4 Prozent
Berlin, Stadt Berlin 1.328,50 €/m² 705,19 €/m² minus 46,9 Prozent
Wolfsburg, Stadt Niedersachsen 296,97 €/m² 183,97 €/m² minus 38,1 Prozent
Bautzen Sachsen 46,82 €/m² 32,69 €/m² minus 30,2 Prozent
Salzlandkreis Sachsen-Anhalt 37,86 €/m² 28,63 €/m² minus 24,4 Prozent
Mecklenburgische Seenplatte Mecklenburg-Vorpommern 43,60 €/m² 33,37 €/m² minus 23,5 Prozent
Braunschweig, Stadt Niedersachsen 354,05 €/m² 274,96 €/m² minus 22,3 Prozent
Kusel Rheinland-Pfalz 69,03 €/m² 55,73 €/m² minus 19,3 Prozent
Fürth Bayern 502,55 €/m² 409,78 €/m² minus 18,5 Prozent

Welche Muster sich zeigen

Zwei Bewegungen prägen die Statistik. Erstens holen Umlandkreise großer Städte auf. Wer sich die Kernstadt nicht mehr leisten kann, weicht aus, und die Nachfrage verschiebt sich in den Speckgürtel. Zweitens haben sich die Preise dort, wo sie ohnehin schon sehr hoch waren, zuletzt kaum noch bewegt oder sind sogar gefallen. Ab einem gewissen Niveau bricht die Zahlungsfähigkeit weg, zumal nach dem Zinsanstieg der vergangenen Jahre.

Auffällig ist außerdem, wie stark einzelne Jahre schwanken können. Kreise, die in einer Auswertung ganz oben stehen, tauchen in der nächsten im Mittelfeld auf. Das ist selten ein echter Preissturz, sondern meist eine Frage dessen, welche Grundstücke gerade verkauft wurden.

Wie Sie solche Zahlen richtig lesen

Der Kaufwert eines Kreises hängt nicht nur vom Preisniveau ab, sondern auch davon, welche Grundstücke in einem Jahr verkauft wurden. Kommt ein großes Neubaugebiet am Stadtrand auf den Markt, sinkt der Durchschnitt, obwohl innerstädtische Lagen unverändert teuer bleiben. Umgekehrt treibt der Verkauf einiger Filetgrundstücke den Schnitt nach oben.

Für die Bewertung Ihres eigenen Grundstücks ist deshalb der Bodenrichtwert die verlässlichere Größe. Er wird für abgegrenzte Zonen ermittelt und bereinigt um solche Zufälligkeiten. Wie Sie ihn finden, steht in unserer Anleitung zum Einsehen der Bodenrichtwerte.

Datengrundlage: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Regionaldatenbank Deutschland, Tabelle 61511-01-03-4 (Kaufwerte für Bauland). Ausgewiesen ist der durchschnittliche Kaufwert für baureifes Land je Quadratmeter. Das ist der Mittelwert tatsächlicher Verkäufe eines Jahres, nicht der Bodenrichtwert einer bestimmten Lage.

Häufige Fragen

Ein Abstand von fünf Jahren glättet einzelne Ausreißerjahre und zeigt trotzdem die aktuelle Entwicklung. 2019 liegt zudem vor den starken Zinsänderungen der Folgejahre, was den Vergleich aussagekräftig macht.

Nicht unbedingt. Viele Kreise mit den größten prozentualen Zuwächsen starten von einem sehr niedrigen Niveau. Entscheidend ist der absolute Wert je Quadratmeter, den Sie in unserem Kaufwerte-Vergleich für jeden Kreis nachsehen können.

Nicht zwingend. Der Kaufwert misst nur den Boden, nicht bebaute Immobilien, und er hängt stark davon ab, welche Grundstücke in einem Jahr verkauft wurden. Für die Entwicklung Ihrer eigenen Lage ist der Bodenrichtwert im Zeitverlauf die bessere Größe.

Im Kaufwerte-Vergleich auf dieser Seite. Dort können Sie nach Bundesland filtern, nach Wert sortieren und für jeden Kreis auch die Zahl der Verkäufe und die Veränderung seit dem Vergleichsjahr sehen.

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